Der Spreewald ist eine der artenreichsten Kulturlandschaften Deutschlands und ein idealer Lebensraum für den Biber. Das weitverzweigte Netz aus Flüssen, Kanälen und Auenwäldern bietet dem größten heimischen Nagetier alles, was es braucht: ruhige Gewässer, dichte Ufervegetation und kaum gestörte Rückzugsräume. Wer den Spreewald besucht, hat deshalb gute Chancen, den Biber nicht nur in Spuren, sondern auch live zu erleben. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was den Biber zu einem so besonderen Tier macht, wo Sie ihn im Spreewald beobachten können und warum ein gutes Fernglas dabei den entscheidenden Unterschied mit sich bringt.
Der Biber im Spreewald
Mit rund 3.000 Tieren ist Brandenburg eines der biberreichsten Bundesländer Deutschlands. Ein großer Teil dieser Population lebt im Spreewald. Die einzigartige Kulturlandschaft gehört zu den feuchtesten und wasserreichsten Regionen Mitteleuropas und bietet dem Biber nahezu ideale Lebensbedingungen. Ein dicht verzweigtes Netz aus über 970 Kilometern natürlicher und künstlicher Fließe, kleinen Kanälen und Altarmen durchzieht das Biosphärenreservat. Gesäumt werden diese Gewässer von ausgedehnten Auenwäldern mit Erlen, Weiden und Pappeln, genau die Baumarten die Biber sowohl als Baumaterial als auch als Nahrungsmittel nutzen. Die ruhigen, oft schwer zugänglichen Uferzonen bieten zudem Schutz vor Störungen, sodass sich die Tiere hier ungestört ausbreiten können.
Wenn Sie Biber in freier Wildbahn beobachten möchten, sollten Sie früh aufstehen oder die Abendstunden nutzen, denn die Tiere sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. In der Stille des Morgens oder beim Einbruch der Dunkelheit hat man die besten Chancen, einen Blick auf sie zu erhaschen, wenn sie lautlos durch die Kanäle gleiten oder emsig an Zweigen nagen. Doch auch tagsüber lässt sich ihre Anwesenheit gut nachweisen: Frisch angenagte Bäume mit den typisch bleistiftförmig zugespitzten Stümpfen, gefällte Äste, Fraßspuren an der Rinde oder kunstvoll aufgeschichtete Dämme und Burgen sind deutliche Hinweise auf ein aktives Revier. Mit etwas Aufmerksamkeit wird ein Spaziergang schnell zu einer spannenden Spurensuche.
Ein besonders empfehlenswerter Ausgangspunkt für solche Entdeckungstouren ist der Naturlehr- und Erlebnispfad am Kleinen Mochowsee. Der etwa drei Kilometer lange Rundweg führt durch eine typische Spreewaldlandschaft, in der sich Biber besonders wohlfühlen. Entlang des Weges vermitteln anschauliche Informationstafeln Wissenswertes über die Lebensweise, den Lebensraum und die ökologische Bedeutung der Tiere. Der Weg ist gut ausgebaut und eignet sich sowohl für Naturinteressierte als auch für Familien mit Kindern, die die Welt dieser beeindruckenden Tiere hautnah erleben möchten.
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